Zum Inhalt springen

Mission Locale

Unsere Mission: Sie zu informieren

Wie verändern digitale Innovationen Unternehmen und den Alltag?

Wenn eine Bäckerei im Viertel eine vernetzte Kassensoftware nutzt, um ihre Mehlbestellungen in Echtzeit anzupassen, betreibt sie …

Femme professionnelle utilisant une tablette tactile avec tableau de bord numérique dans un bureau moderne en open space

Wenn eine Bäckerei um die Ecke eine vernetzte Kassensoftware nutzt, um ihre Mehlbestellungen in Echtzeit anzupassen, ist das digitale Transformation. Digitale Innovationen betreffen längst nicht mehr nur große Konzerne. Sie verändern die Abläufe in Unternehmen jeder Größe und den Alltag – vom kontaktlosen Bezahlen bis zur Online-Terminvereinbarung.

Vernetzte Daten und Data Act: Was die EU-Verordnung verändert

Nutzen Sie ein intelligentes Thermostat, ein vernetztes Fitnessarmband oder eine Werkzeugmaschine mit Sensoren? Solche Geräte erzeugen fortlaufend Daten über ihre Nutzung. Bis vor Kurzem entschied allein der Hersteller, wer auf diese Informationen zugreifen durfte.

Der europäische Data Act, der seit dem 12. September 2025 gilt, ändert diese Logik. Er regelt die Weitergabe von Daten, die vernetzte Produkte erzeugen. Konkret können Nutzer nun den Zugriff auf die Daten verlangen, die ein von ihnen gekauftes Gerät generiert, und diese an einen Wartungsdienstleister oder einen Drittanbieter weitergeben.

Für Unternehmen verändert das die Beziehungen zu Lieferanten und Kunden. Eine unabhängige Autowerkstatt kann beispielsweise die Diagnosedaten eines vernetzten Fahrzeugs anfordern, um Wartungsarbeiten anzubieten, ohne auf das Herstellernetz angewiesen zu sein. Der Datenaustausch wird zu einem konkreten Wettbewerbsvorteil – und ist keine abstrakte Angelegenheit mehr, die nur Cloud-Spezialisten betrifft.

Im Alltag sorgt dieser Rahmen für mehr Transparenz. Zu wissen, welche Daten ein Gerät erfasst und sie abrufen zu können, verändert das Vertrauensverhältnis zur Technologie. Wer die aktuellen Meldungen von Perceptum verfolgt, erkennt, wie schnell diese regulatorischen Themen die Technologieentscheidungen von Organisationen beeinflussen.

Mann im Homeoffice, der zu Hause einen Laptop und ein Smartphone nutzt und damit digitales Arbeiten aus der Ferne veranschaulicht

Künstliche Intelligenz in Kleinstunternehmen und KMU: Die Nutzung nimmt zu, ist aber ungleich verteilt

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. In der Praxis unterscheidet sich ihre Nutzung je nach Unternehmensgröße deutlich. Das Barometer France Num 2025 bestätigt, dass Kleinstunternehmen und KMU KI häufiger einsetzen als im Vorjahr. Allerdings besteht weiterhin ein deutlicher Unterschied zwischen Betrieben mit wenigen Beschäftigten und solchen mit größeren Teams.

Woran liegt das? Kleine Unternehmen stehen vor drei konkreten Hürden:

  • Die Einstiegskosten: Zwar gibt es kostenlose oder günstige Tools, doch der Zeitaufwand für die Schulung bleibt ein unsichtbarer, aber realer Kostenfaktor.
  • Es fehlen interne Kompetenzen, um geeignete Anwendungsfälle zu erkennen, die über die bloße Neugier auf einen Chatbot hinausgehen.
  • Es mangelt an strukturierten, nutzbaren Daten, denn ein KI-Tool liefert keine brauchbaren Ergebnisse, wenn die Eingabedaten nicht aufbereitet sind.

KI kann schlecht organisierte Prozesse nicht ersetzen. Ein Unternehmen, das seine Rechnungen in einer unübersichtlichen Tabellenkalkulation digitalisiert, wird von einem Tool für prädiktive Analysen kaum profitieren. Die digitale Transformation beginnt oft mit dem Aufräumen: Vorhandene Daten müssen sortiert, vereinheitlicht und bereinigt werden, bevor ein Algorithmus zum Einsatz kommt.

Konkretes Beispiel: Lagerverwaltung

Ein Lebensmittelgeschäft kann eine KI-Software nutzen, um seine Verkäufe anhand des Wetters, des Wochentags oder laufender Sonderangebote vorherzusagen. Die Software erkennt Zusammenhänge, die dem Inhaber mit bloßem Auge leicht entgehen. Das Ergebnis: weniger Verschwendung und besser abgestimmte Bestellungen.

Für eine solche Anwendung braucht es kein Großunternehmensbudget. Voraussetzung sind jedoch digitalisierte Verkaufsdaten aus mehreren Monaten und eine Person, die das Tool konfigurieren kann.

Algorithmische Transparenz: Die konkreten Pflichten aus dem AI Act

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzvorschriften des europäischen AI Act für mehrere gängige Anwendungsfälle. Bei jeder Interaktion mit einem Chatbot muss darauf hingewiesen werden, dass es sich um eine KI handelt. Außerdem müssen bestimmte von künstlicher Intelligenz erzeugte oder manipulierte Inhalte entsprechend gekennzeichnet werden.

Für Unternehmen, die auf ihrer Website einen virtuellen Assistenten oder in ihren Abteilungen ein Tool zur Texterstellung einsetzen, verändert diese Pflicht die Arbeitsweise. Es reicht nicht mehr, einfach ein Tool einzubinden: Nutzer müssen informiert, die Funktionsweise des Systems dokumentiert und die erzeugten Inhalte auf die Einhaltung der Kennzeichnungspflichten geprüft werden.

Für Nutzer verändert diese Transparenz den Alltag. Wenn ein Online-Kundenservice klar anzeigt: „Sie kommunizieren mit einer künstlichen Intelligenz“, lassen sich die Erwartungen besser einschätzen. Die algorithmische Vermittlung wird sichtbar und die Verwechslung von menschlichen und automatisierten Antworten nimmt ab.

Ein Kulturwandel statt eines Technologiewandels

Der AI Act bremst Innovationen nicht aus. Er schafft einen Rahmen für mehr Transparenz. Unternehmen, die Transparenz von Anfang an in ihre digitalen Tools integrieren, gewinnen an Glaubwürdigkeit. Wer sie erst nachträglich einführt, muss möglicherweise die gesamte Benutzeroberfläche überarbeiten.

Gruppe junger Berufstätiger, die in einem modernen Coworking-Space gemeinsam an einem Laptop arbeitet und damit kollektive digitale Innovation symbolisiert

Digitale Transformation im Alltag: mehr als nur ein Schlagwort

Digitale Technologien verändern auch alltägliche Handlungen. Einen Arzttermin vereinbaren, einen Mietvertrag unterschreiben, einen Schaden melden: Immer mehr solcher Vorgänge laufen über Online-Plattformen. Das spart tatsächlich Zeit – vorausgesetzt, das Tool ist gut gestaltet.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass ein schlecht gestaltetes Online-Formular mehr Zeit kostet als ein Telefonanruf? Die Digitalisierung verbessert einen Service nur dann, wenn sie den Ablauf vereinfacht. Wird ein aufwendiger Verwaltungsprozess lediglich um eine digitale Ebene ergänzt, verlagert sich die Komplexität nur.

Die öffentlichen Dienste veranschaulichen das gut. Verwaltungsverfahren werden zunehmend digital abgewickelt, doch die Unterstützung von Menschen mit wenig digitalen Kenntnissen bleibt eine Herausforderung. Die Veränderung der Nutzung beschränkt sich nicht darauf, ein Formular online bereitzustellen: Sie umfasst auch Schulungen, Barrierefreiheit und eine benutzerfreundliche Oberfläche.

  • Ein dreiseitiges Online-Formular ersetzt einen zehnseitigen Papierbogen – vorausgesetzt, alle Felder sind verständlich und die kontextbezogene Hilfe funktioniert.
  • Ein Tool für elektronische Signaturen beschleunigt die Vertragsfreigabe, setzt aber voraus, dass alle Beteiligten mit dem Verfahren vertraut sind.
  • Eine App zur Sendungsverfolgung verringert die Zahl der Anrufe beim Kundenservice, wenn die Benachrichtigungen rechtzeitig und mit den richtigen Informationen eintreffen.

Die digitale Transformation von Unternehmen und Alltagsabläufen hängt weniger von der Leistungsfähigkeit der Technologien ab als davon, wie gut sie integriert werden. Die europäischen Regelwerke – vom Data Act bis zum AI Act – setzen konkrete Leitplanken. In den kommenden Jahren wird es vor allem darauf ankommen, diese Tools wirklich allen zugänglich zu machen, auch den kleinsten Unternehmen und Menschen mit eingeschränktem Zugang zur digitalen Welt.

Wie verändern digitale Innovationen Unternehmen und den Alltag?